Mein letzter ist etwa 3,5 Wochen her. Ich hatte euch
da erzählt, dass ich im Urlaub zwei Kilo zugelegt hatte und mein Ziel war es das erstmal wieder abzunehmen. Gleichzeitig war es schwierig, da ich ein paar Termine mit Essen und (viel schlimmer beim Abnehmen) Alkohol hatte.
Doch trotz der Verführungen an Leckereien, Trinkspass und den damit verbundenen Gewichtsschwankungen: ich habe es mehr oder weniger geschafft! Mir fehlten heute morgen 300g. Ich sag mal *pah!* bis nächste Woche sind die garantiert weg! Und mir ist egal, dass heute Sonntag ist ;-) Danke auch für eure *TritteindenHintern* beim letzten Mal !
Also. Was tue ich überhaupt, wenn ich sage ich nehme ab? Grundsätzlich versuche ich alles zu essen, was ich sonst auch essen würde. D.h. ich befolge keine bestimmte Diät oder habe besondere Rezepte, sondern ich versuche meine Ernährung und vor allem mein Verhalten so umzustellen, dass ich einfach "normal esse und normal wiege". Deswegen ist für mich 1 Kilo im Monat erstmal völlig ok. Aber was genau verändere ich? Ein Tipp den ich an euch weiter geben möchte, ist etwas das ich in der Reha gelernt habe:
Lasst lange Pausen zwischen den Mahlzeiten!
Früher hieß es immer 3 Haupt- und 2 Zwischenmahlzeiten und wenn es mal wieder knurrt in der Bauchgegend -was soll's- dann esse ich einen Apfel. Hört sich grundsätzlich nicht schlimm an, doch die Erklärung der Ernährungsberaterin in der Klinik fand ich sehr einleuchtend und ich will es euch mal wiedergeben und versuche mich dabei kurz zu halten.
Es hat etwas mit dem Zucker im Körper zu tun. Jedes Mal wenn du isst, dann steigt der Insulinspiegel im Körper. Ich nehme an, davon hast du sicher schon einmal gehört. Die lustige Tante erzählte uns, dass es zwei Busunternehmen im Körper gibt. Eines ist das Insulinunternehmen, das Andere ist für die Fettverbrennung zuständig.
Wenn du isst, steigt also der Insulinspiegel und das zuständige Unternehmen öffnet seine Tore und schickt alle Busse los. Die fahren munter durch den Körper und verrichten ihre Arbeit. Erst wenn alle fertig sind und der Letzte wieder zurück gefahren kommt, dann und erst dann öffnet das Fettverbrennungsunternehmen die Tore und schickt endlich seine Busse los.
Hört sich gut an, oder?
Es gibt allerdings zwei Haken bei der Geschichte: Es dauert ein paar Stunden bis das Insulinunternehmen seine Route abgefahren hat. D.h. wenn die nächste Mahlzeit zu früh eingenommen wird, dann hatte das Unternehmen für die Fettverbrennung noch keine Chance loszufahren und erhält sie auch nie, weil das Insulinunternehmen Vorrang hat.
Womit wir beim zweiten Haken sind: Das Insulinunternehmen hat Vorrang!
Bei jeder Mahlzeit, die du zu dir nimmst, pfeifft sofort der Chef von der Fettverbrennung alle seine Busse zurück und die Insuliner fahren los. Das heißt durch Nahrungsaufnahme verkürzen wir die Zeit der Fettverbrennung.
Und an dieser Stelle liegt ausserdem die Betonung auf Nahrungsaufnahme im Sinne von Energie für den Körper! Du und ich, wir verstehen unter Mahlzeit ja richtiges Essen. Also sowas im Sinne von Frühstück, Mittag- und Abendessen. Aber für den Körper ist das nicht so.
Alles was dem Körper Energie zuführt ist für ihn auch eine Mahlzeit! Das heißt die Banane, die kleine Apfelschorle oder die Cocktailtomate zwischendurch -ALLES ist eine Mahlzeit! Und eine Mahlzeit veranlasst den Körper immer und sofort die Fettverbrennungsbusse zurückzurufen und die Insulinbusse loszuschicken.
Die Ernährungsberaterin erklärte uns, dass es besser wäre zu jeder Mahlzeit, salopp gesagt, soviel zu essen wie reinpasst. Sie würde selten auf Schokolade verzichten mögen und so ziemlich jeden Tag etwas Süßes essen. Allerdings direkt zu einer Mahlzeit. Als Nachtisch. Halt so lange die Tore noch offen sind ;-)
Ich habe daraufhin für mich mitgenommen, dass ich möglichst nur noch 3 Mahlzeiten am Tag esse. Dazwischen versuche ich eine Pause von etwa 6 Stunden einzuhalten. Mal mehr mal weniger ... irgendwas von 5 bis 7 Stunden, je nach Tag.
Nur noch drei Mahlzeiten am Tag hat mir aber auch zwei Vorteile gebracht. Der Erste ist, dass ich nun längere Zeiten locker ohne Essen aushalte.
Am Anfang fand ich es gar nicht leicht so viele Stunden ohne Essen zu überstehen. Der Magen im Allgemeinen und meiner im Speziellen hat nämlich ein eigenes, sehr gutes Gedächtnis. Das heißt meiner wusste ganz genau wann es wieder Zeit war etwas zu futtern. Pünktlicher als jeder Wecker hat er mich regelmäßig angeknurrt, was zunächst etwas schwierig war. (Ich könnte schwören, dass er mich sogar getreten hat.) Doch spätestens nach 'ner Woche war das Gezeter vorbei.
Der zweite Vorteil ist, dass ich nicht vergesse was ich esse.
Im Gegensatz zu meinem Magen, ist mein Gehirn in punkto Essen seeeehr vergesslich. Alles was ich außerhalb unserer definierten Mahlzeiten (also Frühstück, Mittag- und Abendessen) esse, vergesse ich sobald es die Speiseröhre runtergerutscht ist. Dadurch, dass ich nun nur noch zu den definierten Mahlzeiten esse, kann ich gar nicht mehr vergessen wieviel ich zwischendurch hatte. (Wobei daran ja eigentlich mein vergessliches Gehirn Schuld ist ;-p)
Wer also gar nicht anders essen oder nur ein bisschen abnehmen will, der kann ja mal versuchen auf drei Mahlzeiten umzusteigen. Klappt es ?
Das war es heute von mir. Ich hoffe nicht allzu trocken, eigentlich wollte ich ja viiiiiel weniger schreiben ;-) Ich gehe jetzt noch wählen!
Habt noch einen schönen restlichen Sonntag!
LG Naddel
Übrigens: Die längste Pause ist die Nacht ;-)